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Der M&A Blog

2024-01-21

Die Kunst der Unternehmensbewertung im M&A: Einblicke in gängige Verfahren

Die Unternehmensbewertung ist ein entscheidender Schritt im Prozess von Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A). Verschiedene Bewertungsverfahren kommen hierbei zum Einsatz. In diesem Artikel werfen wir einen kurzen Blick auf einige der gängigen Bewertungsmethoden im M&A und beleuchten deren Besonderheiten.

Fundamentale Bewertungsmethoden

1) Discounted Cash Flow (DCF) Methode:
Die DCF-Methode ist eine der fundamentalsten und häufigsten Bewertungsmethoden im M&A. Sie basiert auf der Prognose der zukünftigen Cashflows eines Unternehmens und diskontiert diese auf ihren gegenwärtigen Wert. Der Flow-to-Firm Ansatz berücksichtigt den Cash Flow vor Bedienung der Fremd- und Eigenkapitalgeber.

2) Ertragswertmethode:
Die Ertragswertmethode konzentriert sich auf die Kapitalisierung der zukünftigen Erträge eines Unternehmens. Hierbei werden die erwarteten Erträge in Relation zu einem bestimmten Kapitalisierungssatz gesetzt, um den Unternehmenswert zu bestimmen. Der Flow-to-Equity Ansatz berücksichtig den Cash Flow vor Bedienung der Eigenkapitalgeber (also nach Bedienung der Fremdkapitalgeber).

Fundamentale Bewertungsmethoden benötigen eine tiefe Analyse (Informationen) des Unternehmens und basieren auf einigen, manchmal subjektiven, Annahmen des Bewerters. Während dies eine gewisse Komplexität mit sich bringt, können diese Bewertungsmethoden auch mit den unterliegenden Annahmen von einer Marktbewertung abweichen.  

Relative Unternehmensbewertungen
Bei diesem Ansatz werden ähnliche Unternehmen in der Branche als Referenz herangezogen. Die Bewertung erfolgt anhand von Vergleichszahlen wie dem Unternehmenswert im Verhältnis zum EBITDA bzw. EBIT (EBITDA- bzw. EBIT-Multiple), Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E Ratio) oder dem Unternehmenswert im Verhältnis zum Umsatz (Sales Multiple). Der Wert des Unternehmens wird entweder bei gelisteten Unternehmen an den aktuellen Werten abgeleitet (Trading Multiples) oder anhand von historischen Transaktionen durchgeführt (Transaction Multiples). Während Trading Multiples kurzfristigen Marktschwankungen unterliegen können sind Transaction Multiples aufgrund möglicher gezahlter Prämien bei einem Kauf nicht immer 1:1 anwendbar.

Diese Bewertungsmethoden sind einfach in der Anwendung und näher  Die vergleichbare Unternehmensanalyse ist leichter anzuwenden und bietet einen schnellen Einblick in die Bewertung. Ein Nachteil ist der Unterschied zwischen dem zu bewertenden und zum Vergleich herangezogenen Unternehmen: Die Herausforderung besteht darin, Unternehmen zu finden, die wirklich vergleichbar sind, da jedes Unternehmen einzigartige Merkmale aufweist. Umso kleiner und spzieller das zu bewertende Unternehmen werden desto weniger vergleichbare gelistete Unternehmen zu finden sein.

Fazit:
Die Wahl des geeigneten Bewertungsverfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Branche, der Unternehmensstruktur und der verfügbaren Daten. Oft wird eine Kombination mehrerer Methoden verwendet, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Eine sorgfältige Analyse und Abwägung der Vor- und Nachteile jeder Methode sind entscheidend, um im komplexen M&A-Umfeld zu fundierten Entscheidungen zu gelangen.

Admin - 19:24:14 | Kommentar hinzufügen

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